Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft

Deutschland verfügt über klare Pluspunkte im internationalen Wettbewerb: hohe und stabile Industrieanteile, eine hohe F&E-Intensität, eine solide Grundlage für die Ausbildung von Fachkräften in Unternehmen und Hochschulen und eine entwickelte Sozialpartnerschaft. Deutschlands Stärke sind innovative Unternehmen und eine enge Verzahnung von großen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen. Doch all das steht auf dem Prüfstand. Was bedeutet die Digitalisierung für die Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft? Innovation und Digitalisierung sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren, um industrielle Wertschöpfung auch in Zukunft in Deutschland zu halten und auszubauen.

Die Arbeitsgruppe 4 des Bündnisses „Zukunft der Industrie“ widmet sich deshalb den Chancen und Risiken durch Digitalisierung für den Standort Deutschland, fokussiert interne und externe Innovationshemmnisse und entwickelt Handlungsempfehlungen an die Politik.

Unsere Forderungen:

Den digitalen EU-Binnenmarkt voranbringen

Wertschöpfungsnetzwerke machen keinen Halt an Ländergrenzen. Wichtig ist daher eine industrietaugliche Breitbandinfrastruktur in Europa. Top-Themen in einem einheitlichen digitalen Binnenmarkt müssen Cyber-Sicherheit, Datenschutz und vertrauenswürdige IT-Infrastrukturen sein.

Wir müssen auf dem Weg zu einem gemeinsamen digitalen Binnenmarkt schneller vorankommen. Das Potenzial der Digitalisierung wird Europa nur nutzen können, wenn wir zügig einen gemeinsamen europäischen Rechtsrahmen schaffen.

Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken

Die von EU-Kommissar Günther Oettinger angestoßene Initiative „Digitising European Industry“ begrüßen und unterstützen wir ausdrücklich. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in diesem Feld zu stärken, schlagen wir vor:

  • Jede künftige Gesetzgebung sollte einem „Industrie 4.0-Check“ unterzogen werden.

  • Industrie 4.0 braucht globale Standards. Die europäische Politik sollte für die Verwendung von RAMI 4.0 (Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0) auf Basis internationaler Standards und Spezifikationen in den Regionen der Welt eintreten. Dabei müssen Normung und Standardisierung in der Hand der industriellen Selbstverwaltung bleiben.

  • Wir brauchen ein „level playing field“ im europäischen Beihilferahmen. Das EU-Beihilfenrecht sollte nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Binnenmarktes, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der globalen Wettbewerbsfähigkeit weiterentwickelt werden.

  • Für den Umgang mit Datenübermittlungen in andere Länder sind tragfähige Regelungen erforderlich.

  • Schlüsseltechnologien und -kompetenzen (wie beispielsweise die Mikroelektronik, aber auch die Batterietechnik) müssen in Europa erhalten und gefördert werden.


Mehr zum Thema Digitalisierung lesen Sie hier sowie in unserer Gemeinsamen Erklärung (PDF: 370 KB).

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